Tag 7

Pieve di Ledro (I) – Riva del Garda

Es war kurz vor 09:00 Uhr, als wir uns für die letzte Etappe unserer Reise startklar machten. Zuvor stärkten wir uns bei einem ausgiebigen Frühstück. Unsere Gastgeber in der Via Teresa Spagnolli 2, Bed and Breakfast Galet, waren sehr freundlich und hervorragende Versorger.

Theoretisch hätten wir uns jetzt nur noch auf den Sattel setzen und die 15 km nach Riva del Garda herunterrollen brauchen. Aber unsere Reise stand unter einem anderen Motto… nämlich UNVERZAGT und NICHT gemütlich!

Also machten wir uns zunächst einmal genau in die entgegengesetzte Richtung auf den Weg. Statt über die SS240 in östliche Richtung zu rollen, pedalierten wir über einen gut ausgebauten Radweg entlang der SS240 in westliche Richtung bis zum Lago d’Ampola. Vom Lago d’Ampola sahen wir jedoch nicht all zuviel, da es vorher schon über die Via al Lago d’Ampola hoch zur Via Strada per Tremalzo ging. Dieser kurze Anstieg hatte es in sich. Auf dem 700 m kurzen Verbindungsweg stiegen wir mal direkt 100 m hinauf in Richtung Passhöhe.

Es folgte eine wunderschön asphaltierte Serpentinenstraße hoch zum Tremalzo. Auf diesen rund 11 km machten wir weitere 900 Höhenmeter gut. Hier, im direkten Grenzbereich zwischen Trentino-Südtirol und der Lombardei, machten wir unsere erste Zwischenpause. Während Tom voller Euphorie seine überschüssigen Kräfte in Kunststücke steckte:

Tomek steckt voller Energie
Tomek steckt voller Energie

genossen die Anderen den Ausblick in die Lombardei:

Ausblick
Ausblick

Von hier ging es über geschotterte Wege aus dem ersten Weltkrieg weiter. Die letzten 250 Höhenmeter bis zur 1,5 km entfernten Passhöhe waren ein Klacks. Uns war klar… das war es! Neben ein paar unwesentlichen Erhöhungen werden von nun an keine wirklich nennenswerten Höhenmeter mehr unseren Tacho füttern und unsere Beine strapazieren.

Auf den folgenden knapp 8 km verloren wir die ersten 640 Höhenmeter. Geradeaus, rechts, gerade, rechts, links, gerade, usw. Eine Kurve jagte die Andere. Der Untergrund variierte zwischen feinen und groben Schotter. Mal ein bisschen tiefere Brems- und Spurrinnen, mal ein etwas festgefahrener Schotterbelag. Desto weiter uns diese alte Militärstraße in Richtung Westen führte, umso größer und klarer war am Horizont der Gardasee zu erblicken.

Da wir auf dieser Abfahrt mal wieder das Mineralöl unserer Scheibenbremsen fast zum kochen brachten, boten sich auch immer wieder mal kurze Foto-Stopps an. U.a. kam dabei folgendes Foto zustande, welches wir unseren Sponsoren widmen:

PSV-ME Abteilung Radsport gesponsert von: Fliege und Plehn GALA-Bau, Grieshaber Logistik, Herbertz Sicherheitstechnik, VELO Leitner, Lucas Malerbetrieb, Radsport Mattern Haan
PSV-ME Abteilung Radsport gesponsert von: Fliege und Plehn GALA-Bau, Grieshaber Logistik, Herbertz Sicherheitstechnik, VELO Leitner, Lucas Malerbetrieb, Radsport Mattern Haan

Vorbei am Cima Bandiera, Punta di Mois und Cima di Mughera verloren wir auf einer knapp 7 km langen Intervallstrecke nochmal rund 100 Höhenmeter. Es ging hier zwar immer wieder mal bergauf… aber mit dem Schwung der davorigen Abfahrten waren diese leicht zu überrollen.

Etwas heikler wurde dann der Abschnitt, wo wir auf den letzten rund 500 m nochmal 200 Tiefenmeter machten. Dieser Pfad war sehr verblockt und ein fahrtechnisches Geschick war von Vorteil. Hier verabschiedete sich dann auch eine Speiche des Vorderrades von Kai, was dazu führte, dass er die letzten Meter auf der Strada forestale Palaer und die folgende Abfahrt auf der Strada del Ponale auf eine immer größer werdende Unwucht seines Vorderrades schaute. Immerhin ging es hier nochmal auf 10 km Streckenlänge 900 m bergab.

Schließlich ging alles gut, sodass wir um 14:30 Uhr locker das Ortsschild von Riva del Garda passierten

Einfahrt Riva del Garda
Einfahrt Riva del Garda

und uns am Piazza III Novembre ein leckeres Eis gönnen konnten. Wir waren am Ziel!

 

Von Samstag den 10. September 2016 bis Freitag den 16. September 2016 sammelten wir insgesamt 427 km und 14.900 Höhenmeter. Neben den körperlichen Ertüchtigungen kamen unzählige Momente und Erfahrungen hinzu, welche diese Reise sicherlich auf ewig unvergesslich machen. Von Tag zu Tag wuchs die Gruppe mehr zusammen. Eine außergewöhnliche Harmonie bestand und aus Bekanntschaft wurde Freundschaft. Außerdem wurde uns klar, woher die Action-Cam GoPro ihren Namen hat und das es neben unzähligen Wissenssammlungen auch noch „OlliPedia“ gibt. Ab pro pro Olli… dieser hatte uns nämlich eine wirklich fürstliche Unterkunft für die letzte Nacht organisiert. Direkt an der Piazza Cesare Battisti fanden wir im Bellavista Hotel Deluxe Apartments unsere standesgemäße Ruhe, bevor es am nächsten Tag mit einem Shuttle-Service zurück nach Oberstdorf und dann direkt mit dem eigenen Pkw weiter nach Mettmann/ Velbert ging.

Und hier noch ein kurzer Trailer vom sechsten Tag:

 

 

Und hier die Route auf Komoot zum Nachfahren 😉