Tag 5

Passo Gavia (I) – Folgarida (I)

Wie bereits angekündigt, startet heute unsere Tour auf 2.652 m am Rifugio Bonetta auf dem Gavia Pass. Es ist kurz nach 08:00 Uhr, als wir die asphaltierte Passstraße in südliche Richtung herabfliegen. Bis nach Pezzo sind es knapp 13 km mit rund 1.000 Tiefenmetern.

Ich könnte jetzt wieder schreiben, wie unbeschreiblich toll und beeindruckend diese Fahrt war… wie faszinierend diese Landschaft ist und was wir für einen Spaß hatten… aber an dieser Stelle möchte ich auf ein weiteres Medium der modernen Berichterstattung zugreifen. Der folgende Trailer soll einfach mal meine Wörter ersetzen und einen passenden Eindruck vermitteln:

 

 

Von Pezzo ging es erstmal wieder bergauf ins knapp 5 km entfernte Case di Viso. Hierbei handelt es sich um eine kleine Siedlung mit Häusern, welche aus dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts stammen und bis heute in ihrem architektonischem Erscheinungsbild unverändert blieben. Nach einer kurzen Rast mit Cappuccino, Espresso und co, ging es weiter hoch auf den Pass Baita Casaiole auf 2.102 m.

Hoch zum Pass Baita Casaiole
Hoch zum Pass Baita Casaiole

 

Von hieran ging es über einen mega geilen Singletrail die nächsten 18 km hauptsächlich wieder bergab bis zum Tonalepass, welcher uns als Strada Statale 42 ins 30 km entfernte Dimaro führte. Hierbei rollten unsere Räder ohne Muskelanstrengung, da es weiterhin nur bergab ging. Letztendlich landeten wir bei 814 m ü.NN.

An dieser Stelle sicherlich erwähnenswert für alle Vollblutbiker unter uns… Dimaro liegt im Val di Sole, wo jährlich die UCI MTB Weltmeisterschaften ausgefahren werden. Und klar… ob Zufall oder tatsächlich geplant von GoPro… für unsere Übernachtungsmöglichkeit ging es wieder hoch auf rund 1.400 m ü.NN, wo wir in Folgarida eine Appartementwohnung reserviert hatten. Hier, direkt neben dem Appartementhaus, ging dann auch die berühmt-berüchtigte Rennstrecke entlang, wo nur ein Wochenende vor unserer Ankunft die Stars des Worldcups für Action sorgten.

Der aufmerksame Leser hat nun registriert, dass hier eine Woche vor unserer Ankunft Action und Leben angesagt war. In unserer Gegenwart befand sich Folgarida im Tiefschlaf. Restaurants und andere Möglichkeiten der Nahrungsaufnahme waren geschlossen oder einfach nicht präsent. Auch ein Pizza-Taxi war nicht zu erreichen! Also ging es nach dem Frischmachen mit Badelatschen und Hüttenschuhen querfeldein über den UCI-Trail in die „ottava curva“, wo die Küche eines Hotels geöffnet hatte.

Hier wurden wir mit Resten aus der Küche mehr oder weniger ausreichend versorgt, bevor wir dann in unserem ausgekühlten Appartement zur Ruhe kamen. Wir waren eben eine Woche zu spät in Folgarida 😉

Dieser Etappentag brachte weitere 69 km Strecke und 1.640 Höhenmeter in den Speicher unserer Tachos.