Tag 4

Livigno (I) – Valfurva (I)

Tag 4! Bis hierhin haben wir rund 150 km Strecke und etwa 5.700 Höhenmeter hinter uns gelassen. Passend zur Landschaft und der heute bevorstehenden Etappe haben wir umgangssprachlich „Bergfest“. Wenn wir heute Abend in der Gemeinde Valfurva im Rifugio Bonetta zu Bette steigen, haben wir nicht nur über die Hälfte unserer Etappentage überstanden, sondern mit 8.200 Höhenmetern auch bereits über die Hälfte der gesamten Höhenmeter erradelt.

Und wie kann man diesen Tag besser planen, als mit dem Ziel des höchsten Punktes in unserer Woche. Über den Passo Gavia galt es heute auf 2.652 m hoch zu radeln. Insgesamt bescherte uns dieser Etappentag auf eine durchweg fahrbare Strecke von rund 63 km einen Aufstieg von 2.510 Höhenmeter. Also wahrlich ein richtiges Bergfest.

Aber nun alles der Reihe nach. Als wir uns gegen 09:30 Uhr auf den Sattel setzten und in südliche Richtung aus Livigno rollten, folgten rasch die ersten 450 Höhenmeter ins knapp 8 km entfernte Emellino. Auf den nächsten knapp 2 km ging es wieder rund 300 m runter bis zum Einstieg in den Nationalpark Stilfser Joch. Auch, wenn ich mich wiederhole, die nächsten 12 km durch den Nationalpark waren landschaftlich erneut unbeschreiblich faszinierend. Zunächst ging es von rund 1.950 m Höhe weitere 350 m hoch auf den Passo Trela.

Nationalpark Stilfser Joch
Nationalpark Stilfser Joch
Passo Trela
Passo Trela

Weiter ging es über den Passo di Fraele und vorbei am Lago di Cancano nach Bornio. Wobei wir auf den letzten 10 km vom Lago di Cancano nach Bornio rund 800 m an Höhe verloren.

Schließlich waren wir am tiefsten Punkt der heutigen Tagesetappe angekommen. Von den 1.250 m in Bornio ging es nun erstmal auf einer Streckenlänge von 5 km in das rund 150 m höher gelegene Sant’Antonio.

Hier viel der Start für die größte Herausforderung des Tages. Über die SP 29 (Strada Provinciale del Gavia) ging es nun die nächsten 28 Kilometer hoch auf den Passo Gavia. Nach knapp dreieinhalb Stunden Fahrtzeit waren die rund 1.400 Höhenmeter geschafft.

WE DID THE PASSO GAVIA!
WE DID THE PASSO GAVIA!

Hier oben betteten wir uns im Rifugio Bonetta zur Ruhe, wodurch unser „Bergfest“ einen krönenden Abschluss fand. Inmitten unzähliger Radtrikots und Postern, die an vergangene Radrennen wie den Giro d’Italia oder die Tour de France erinnern, fand unsere Fahrradseele ihre Ruhe und unsere Oberschenkelmuskulatur ihre verdiente Erholung. Wissenswertes am Rande… 1986 fand hier das erste Radrennen statt. Die Tour de France führte über den Pass, welcher hierfür extra asphaltiert wurde. Diese asphaltierte Passstrecke sollte uns dann am nächsten Tag einen riesen Spaß und kochende Bremsflüssigkeiten bereiten. Aber dazu mehr im Reisebericht von Tag 5 😉