Heckmair-Route (2016)

Die Ur-Route

Im Jahr 1990 machte sich der Oberstdorfer Bergführer Andi Heckmair mit seinem Mountainbike auf den Weg zum Gardasee. Seine 389 km lange Route über Säumerpfade mit rund 11.000 Höhenmetern führte ihn in 7 Tagen von Oberstdorf nach Riva del Garda. Dabei passierte er den Klettersteig am Schrofenpass, das Schlappiner Joch, den Scaletta-Pass sowie den Passo Alpisella. Des Weiteren führte die Route durch das Adamello-Gebirge und schließlich über den Tremalzo direkt nach Riva del Garda.

Wie man dieser groben Routenbeschreibung bereits entnehmen kann, handelt es sich hierbei nicht um eine typische Alpenüberquerung mit maximal einer Schiebepassage am Alpenhauptkamm. Andi Heckmair suchte den möglichst direkten Weg und nahm hierfür unzählige Schiebe- und Tragepassagen in Kauf.

So wird bereits die Wander- und Kletterfähigkeit kurz hinter Oberstdorf am Schrofenpass gefordert. Hier geht es an Drahtseilen gesichert über schmale Pfade und Eisenbrücken so eng an der Felswand entlang, dass ein Schultern des Bikes nicht möglich ist.

Eisentreppe
Eisentreppe
Schrofenpass
Schrofenpass

 

 

 

 

 

 

Ungeübte Mountainbiker werden auf dieser Route aber sicherlich nicht nur beim Bergauf den Sattel ihres Velos schonen. So fordert z.B. auch die Abfahrt vom Rauhes Joch nach Dalaas eine sehr gute Kontrolle über das zweirädrige Gefährt, sodass man sich hier ggf. auf einen fußläufigen Abstieg einstellen sollte.

Abfahrt nach Dalaas
Abfahrt nach Dalaas

Nachdem man ggf. die ersten 600 Höhenmeter vom Rauhen Joch bergab die Arm- und Schultermuskulatur beim Tragen und Schieben seines Bikes trainiert hat, folgt zum Schlappiner Joch hoch eine weitere Trage- und Schiebepassage. Oben angekommen wird man mit einem wunderschönen Ausblick auf die Schweizer Berge sowie mit einer kurvenreichen Abfahrt nach Schlappin belohnt.

In den nächsten Tagen folgen weitere Pass- und Bergbezwingungen wie z.B. der Scalettapass, der Chaschauna-Pass und der Passo Alpisella. Zwischendrin der Passo Gavia, dessen 28 Kilometer langer Anstieg über eine kurvenreiche Asphaltstraße mit durchschnittlich 8 Prozent Steigung in der Vergangenheit auch schon mehrere mal von den Profis des Giro Italia und der Tour de France bezwungen wurde.

Ein weiteres Trage- und Schiebehighlight erwartet den Biker dann letztendlich im Adamello-Gebirge, wo es auf nicht fahrbahren Pfaden den Passo di Campo hinauf und auf der anderen Seite wieder herunter geht.

Und jetzt mal ehrlich… wer bekommt keine strahlende Augen und ein kribbeln in der Oberschenkelmuskulatur, wenn man eine derartige Routenbeschreibung liest?! Und so kam es, dass wir uns das nicht nehmen lassen wollten. Vom 10. bis 17. September 2016 sollten die Pässe unsere sein. Ah ja… wer sind WIR?

WIR sind Oliver Gossmann, auch als GoPro (Gossmann Professional) in der Bikerszene bekannt; Thomas Rzok, auch als Tomek mit dem Traktor in der Bikerszene bekannt; Martin Jakof, in der Bikerszene und im Bekanntenkreis auch einfach nur Jake genannt, sowie Timo Möller und Kai Hanschmann, welcher in der Bikerszene als RidingBull bekannt ist und immer wieder mal durch unkonventionelle Abstiege von seinem Bike auf sich Aufmerksam macht. Furchtlos und Willensstark stürzten wir Fünf uns in das Projekt: Unverzagt 2016.

Unverzagt
Unverzagt
GoPro, Tomek, Timo und Kai
GoPro, Tommek, Timo und Kai

 

 

 

 

 

 

 

 

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass GoPro die Heckmair-Route für uns etwas abgeändert hat, sodass etwas mehr Fahrfreude auf dem Sattel zustande kam. Außerdem wurde auf unserer Route ein spontaner Bus- und Zugtransfer eingerichtet, da wir feststellen mussten, dass der Tag nur 24 Stunden hat und warum auch immer 3 Pässe an einem Tag irgendwie nicht zu bewerkstelligen sind. Hmmm… das könnte vielleicht an den lang andauernden Trage- und Schiebepassagen mit den darin enthaltenen Höhenmetern gelegen haben.

Aufgrund der leichten Umgestaltung der Tour kamen wir letztendlich auf 441,9 km mit rund 13.210 Höhenmeter und einem nicht messbaren Funfaktor… wir hatten wirklich Spaß 🙂

PSV on tour. Ein Dank an unsere Sponsoren.
Ein Dank an unsere Sponsoren.
WE did the Passo!
WE did the Passo!

 

 

 

 

 

 

 

Eine detaillierte Tourbeschreibung mit vielen schönen Fotos, unterteilt in unsere Tagesetappen, findet ihr in den angehefteten Reitern (mit dem Mauszeiger auf [Mountainbike] in der Kopfleiste gehen, dann [Transalp 2016] –> rechts daneben erscheinen die Reiter [Tag 1], [Tag 2], usw. Mit dem Mauszeiger entsprechenden Tag auswählen oder kurz halten und rechts daneben erscheint der dazugehörige Reiter [Galerie Tag 1], [Galerie Tag 2], usw.).

Insgesamt befuhren wir die unten dargestellte Route in 7 Tagen. Viel Spaß beim Nachfahren… die GPX-Daten könnt ihr mit einem Klick auf die Route bei GPSies runter laden 😉